Der flächendeckende Ausbau der ganztägigen Bildung und Betreuung in Hamburg wurde maßgeblich geprägt durch die vorausschauende Arbeit unserer ehemaligen Grünen Bildungssenatorin Christa Goetsch, und ist eine wichtige Errungenschaft unserer Stadt für mehr Chancengerechtigkeit. Aus tiefster Überzeugung stehen wir als Grüne Fraktion zu diesem Erfolgsmodell. Die derzeit extrem angespannte finanzielle Gesamtlage Hamburgs stellt uns vor außergewöhnlich schwere Konsolidierungsentscheidungen. Wäre der Haushalt nicht in dieser drastischen Lage, hätten wir an der bisherigen Zuweisungsstruktur im Ganztag nichts verändert. Als Sprecherin für Bildung der Grünen Bürgerschaftsfraktion ist mir wichtig, von Beginn an transparent zu sein. Auch wenn die Stadt an vielen Stellen Anpassungen wird vornehmen müssen (Ganztag, Lehrerarbeitszeitmodell, Klassengrößen), sichern wir die Kernqualitäten ab. Die kostenfreien Betreuungszeiten von 8 bis 16 Uhr bleiben garantiert, Förder- und Inklusionsstunden verbleiben bei den Lehrkräften, und qualifizierte Erzieher*innen garantieren als feste Bezugsperson eine verlässliche Begleitung im Nachmittag. Nachfolgend einige Informationen, die sich aus den vielen Zuschriften der letzten Tage und Wochen ergeben haben.
Diese Seite wird fortlaufend angepasst. Stand 18.09.2026
Hamburg steht vor einer extrem angespannten Haushaltslage. Wie alle Behörden, muss auch die Schulbehörde einen Beitrag zur Konsolidierung leisten. Um die Vorgaben sozialverträglich umzusetzen, erfolgt ab dem Schuljahr 2027/28 (schrittweise aufwachsend bis 2028/29) eine Angleichung der GTS-Grundschulen an die personelle Grundausstattung der GBS-Grundschulen.
Das Ziel der Behörde ist es, eine sozial verträgliche Konsolidierung zu erzielen. Wissenschaftliche Auswertungen und die bisherigen Erfahrungen im Hamburger Schulsystem zeigen, dass die Lernerfolge und Entwicklungsfortschritte der Kinder an GBS- und GTS-Grundschulen auf demselben hohen Niveau liegen. Beide Modelle bieten verlässliche Strukturen und eine qualitativ hochwertige pädagogische Begleitung, sodass der Bildungserfolg der Kinder nicht davon abhängt, für welche der beiden Ganztagsformen sich eine Schule entschieden hat.
Nein. Der rechtliche und konzeptionelle Status aller Ganztagsschulformen, egal ob offene, teilgebundene oder vollgebundene GTS – bleibt erhalten. Auch der rhythmisierte Schultag von 8 bis 16 Uhr bleibt als Modell bestehen.
Nein. Die Zeit am Kind und die kostenfreie Betreuung von 8 bis 16 Uhr bleiben in vollem Umfang erhalten. Es kommen weiterhin qualifizierte Erzieher*innen als feste Bezugspersonen zum Einsatz.
Nein. Die Unterrichtsstunden, die Sprach- und Lernförderung sowie die Inklusionsressourcen werden weiterhin als Lehrkraftressource zugewiesen. Zudem bleiben die Klassenlehrerstunden unberührt, da sie nicht aus den GTS-Mitteln finanziert werden. Lehrkräfte können und sollen auch künftig nachmittags im Ganztag eingesetzt werden, wo es fachlich geboten ist.
Bei den Umstrukturierungen geht es nicht darum, Berufe abzuwerten. Erzieher*innen leisten hervorragende pädagogische Arbeit. Während Lehrkräfte den Unterricht sowie die gezielte Lern- und Sprachförderung verantworten, begleiten Erzieher*innen die Kinder ganzheitlich im außerunterrichtlichen Tag.
Ja. Die Option, Ressourcen zu kapitalisieren (also Stellen in Sach- und Honorarmittel umzuwandeln), bleibt bestehen. Schulen können somit weiterhin mit externen Partnern, Vereinen und Musikschulen zusammenarbeiten, um ihr individuelles Profil zu gestalten.
Hier besteht Klärungsbedarf bis zum nächsten Schuljahr. Mich haben sehr viele Zuschriften von Eltern und Elternvertretungen erhalten, die sich große Sorgen machen, dass bewährte Strukturen in ihrer Schule eingerissen werden könnten. Die Schulbehörde hat uns zugesagt, dass eine Arbeitsgruppe aus Schulleitungen und Behördenvertungen konkrete Lösungen für offene Praxisfragen erarbeitet, etwa zu Leitungs-, Koordinations- und Vertretungsaufgaben sowie Freizeiten. Die Schulaufsicht und das Ganztagsreferat begleiten jede Schule individuell bei der Anpassung ihres Ganztagskonzepts.
Ein Schlüssel von 1:23 entspricht dem Standard, der an GBS-Schulen gilt. Da am Nachmittag nicht alle Kinder in ihrer Klasse sind, sondern parallel stattfindende Kursangebote besuchen, wird der Betreuungsschlüssel in der Praxis kleiner sein. Ich weiß, dass die Betreuungssituation viele Eltern und Teams vor Ort beschäftigt und hier dringend weiterer Klärungsbedarf besteht. Deshalb erarbeitet eine Arbeitsgruppe aus Schulleitungen und Behörde gerade konkrete Antworten auf die drängenden Fragen, etwa wie Vertretung bei Krankheit geregelt wird, wer bei Notfällen einspringt und wie Leitung und Organisation verlässlich abgesichert werden. Mir ist wichtig, dass am Nachmittag nicht nur die Aufsicht stimmt, sondern die Kinder gute und feste Bezugspersonen haben.
Wenn sich Rahmenbedingungen an Schulen verändern, ist eine Sorge nachvollziehbar. Die entscheidenden Säulen der individuellen Förderung bleiben abgesichert: Gezielte Lern- und Sprachförderung, Inklusion & Sonderpädagogik, Klassenlehrerstunden und Ganzheitliche Begleitung am Nachmittag. Darüber hinaus bleibt die bedarfsgerechte Ressourcenverteilung nach dem Hamburger Sozialindex (KESS-Faktor) unangetastet. Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen erhalten weiterhin zusätzliche Mittel und Personal, um Chancengerechtigkeit und eine verlässliche individuelle Förderung vor Ort sicherzustellen.